Dvigrad
Dvigrad ist eine meiner liebsten stillen Entdeckungen — eine ganze verlassene mittelalterliche Stadt, die schweigend in einem grünen Tal bei Kanfanar steht. Der Name bedeutet “zwei Burgen” (vom lateinischen Duo Castra): Einst gab es hier zwei befestigte Siedlungen auf den Hügeln, doch nur eine, Moncastello, wuchs wirklich heran.
Die Geschichte
Erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt, wuchs Dvigrad zu einer ummauerten Stadt mit vielleicht tausend Menschen — ein Handels- und Wehrzentrum, das 1413 an Venedig fiel. Dann kamen die harten Jahrhunderte: Krieg, eine Belagerung und wiederkehrende Wellen von Pest und Malaria. Die Menschen zogen nicht einfach fort, sie flohen, meist ins nahe Kanfanar. Um 1630 war die Stadt fast leer, und 1714 wurde auch die Pfarrei offiziell nach Kanfanar verlegt — das leise Ende einer Stadt, die achthundert Jahre gelebt hatte.
Was Sie sehen
Doppelte Wehrmauern umschließen noch die Reste von über 200 Gebäuden — enge Steingassen, ein Wehrturm und Häuser, in denen Familien einst über ihren Tieren wohnten. Auf dem höchsten Punkt stehen die Ruinen der Kirche der Heiligen Sophia, einer dreischiffigen Basilika über einer weit älteren frühchristlichen Kirche. Ihre steinerne Kanzel wurde nach Kanfanar in die Kirche des Heiligen Silvester gebracht, wo Sie sie noch sehen können. Alles Übrige holen sich Efeu und Feigenbäume langsam zurück.
Gut zu wissen
Kein Ticketschalter, kein Tor, keine Aufsicht. Sie parken am kleinen Café unten und gehen den kurzen Weg hinauf zum Stadttor.
Feste Schuhe. Der Boden ist uneben, mit losen Steinen und Bewuchs. Planen Sie 45 Minuten bis eine Stunde ein.
Früh oder spät kommen. Im weichen Licht haben Sie die Geisterstadt oft ganz für sich — ein Traum für Fotografen und in der Stille wirklich berührend.
Machen Sie einen Vormittag daraus. Dvigrad liegt direkt über dem Limski-Kanal, also verbinden Sie beides: erst die Ruinen, dann hinunter zum Fjord auf frische Austern und Muscheln am Wasser.
Vom Haus sind es rund 40 km — etwa 40 Minuten, nördlich an Pula vorbei Richtung Kanfanar.
Siehe auch
- Limski-Kanal — der grüne Fjord direkt unterhalb von Dvigrad, berühmt für Austern
- Rovinj — das Postkarten-Küstenstädtchen, etwas weiter
- Bale — ein verschlafenes Steinstädtchen auf dem Hügel in der Nähe
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